Der heutige Samstag, der 28. Februar 2026, markiert einen Wendepunkt in der Weltpolitik. Mit massiven Luftschlägen der USA und Israels auf strategische Ziele im Iran hat sich der langjährige Schattenkrieg in eine offene, großflächige Konfrontation verwandelt. Explosionen in Teheran, Isfahan und Ghom sowie die Bestätigung von US-Präsident Trump über einen „großen Kampfeinsatz“ zur Zerstörung der iranischen Nuklear- und Raketeninfrastruktur lassen die Welt den Atem anhalten.
Da der Iran bereits mit massiven Gegenschlägen auf Israel und US-Stützpunkte in der Golfregion reagiert hat, bereiten sich Händler weltweit auf einen „Schwarzen Montag“ vor. Wenn die Handelsplätze in Asien und später in Europa und den USA öffnen, wird die geopolitische Risikoprämie alle anderen Fundamentaldaten verdrängen.
Aktien: Panikverkäufe und die Flucht aus dem Risiko
Für den breiten Aktienmarkt ist die Lage im Iran pures Gift. Unsicherheit ist das, was Investoren am meisten hassen. Wir erwarten am Montag eine massive „Risk-off“-Reaktion. Index-Schwergewichte im DAX oder S&P 500 dürften mit deutlichen Kurslücken (Gaps) nach unten eröffnen.
Besonders unter Druck geraten Unternehmen aus den Bereichen Luftfahrt, Tourismus und Logistik, da der Luftraum über dem Mittleren Osten großflächig gesperrt wurde. Ein Lichtblick – so zynisch es klingt – sind Rüstungsaktien. Werte wie Rheinmetall oder Lockheed Martin könnten entgegen dem Trend zulegen, da die Welt nun mit einer langanhaltenden militärischen Auseinandersetzung rechnet. Investoren werden versuchen, ihre Portfolios durch defensive Titel zu schützen, doch der allgemeine Verkaufsdruck wird dominieren.
Gold: Der ultimative Hafen in der Brandung
Gold hat bereits am späten Freitagabend auf die ersten Gerüchte über Spannungen im Iran reagiert und notierte bei etwa 5.231 USD. Mit dem tatsächlichen Ausbruch der Kämpfe ist der Weg für ein neues Allzeithoch frei. Analysten halten es für möglich, dass die Marke von 5.500 USD oder sogar 5.600 USD direkt zum Handelsauftakt am Montag attackiert wird.
In Zeiten, in denen eine direkte Konfrontation von Großmächten droht, gibt es kein sichereres Asset als Gold. Es fungiert nicht nur als Schutz gegen geopolitische Instabilität, sondern auch als Absicherung gegen die drohende Inflation, die durch explodierende Energiekosten angeheizt wird.
Silber: Das „Gold des kleinen Mannes“ zieht mit hoher Volatilität nach
Silber folgt traditionell dem Goldpreis, reagiert jedoch oft deutlich volatiler. Nachdem der Silberpreis am Freitag bereits über die Marke von 93 USD gestiegen ist, könnte die Eskalation im Iran das Edelmetall in Richtung der 100-Dollar-Marke katapultieren.
Zwar ist Silber auch ein Industriemetall, dessen Nachfrage bei einer wirtschaftlichen Abkühlung sinken könnte, doch im Moment überwiegt der monetäre Aspekt. Die Angst vor einer Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Region treibt Anleger in alles, was glänzt und einen inneren Wert besitzt.
Öl: Die Straße von Hormus als Nadelöhr der Weltwirtschaft
Der kritischste Sektor ist zweifellos der Ölmarkt. Der Iran hat bereits in der Vergangenheit gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren – das Nadelöhr, durch das etwa 20 % des weltweiten Öls transportiert werden. Sollte es dort zu Behinderungen oder Angriffen auf Tanker kommen, ist ein Preissprung von 10 bis 20 USD pro Barrel innerhalb weniger Stunden realistisch.
Bereits am Freitag stiegen die Preise deutlich an. Am Montag könnte Brent-Öl die psychologisch wichtige Marke von 100 USD (oder je nach Sorte deutlich mehr) durchbrechen. Ein dauerhaft hoher Ölpreis würde die globale Konjunktur massiv bremsen und die Inflation weltweit weiter anheizen, was die Zentralbanken in eine fast unlösbare Zwickmühle bringt.
Fazit für Anleger

Der Angriff auf den Iran verändert die Spielregeln an der Börse von Grund auf. Der Montag wird von Volatilität geprägt sein. Während Edelmetalle und Öl von der Angst profitieren, müssen Aktienanleger mit Turbulenzen rechnen. Ruhe bewahren ist das Gebot der Stunde, auch wenn die Kurse Achterbahn fahren.
Jörg Mahnert
