Willkommen im Jahr 2026, in dem die US-Politik gegenüber dem Iran eher an ein misslungenes Laientheater erinnert. Während die USA und Israel versuchen, den Iran mit der Präzision eines Vorschlaghammers im Kristallladen „umzugestalten“, scheint im Pentagon jemand die Geografie-Lektion über die Straße von Hormus geschwänzt zu haben. Dass der Iran die wichtigste Öl-Ader der Welt tatsächlich abklemmt, wenn man ihn bombardiert, trifft Washington völlig unvorbereitet – eine strategische Leistung, die man sonst nur kurz vor der Sperrstunde in Kneipen findet.
Die Hormus-Überraschung am Flaschenhals
Es ist fast rührend zu beobachten, wie das Verteidigungsministerium nun über die „funktional geschlossene“ Wasserstraße klagt. Um den globalen Handel zu paralisieren, braucht der Iran keine High-Tech-Armada. Ein paar einfache Minen und entschlossene Kommandateure an der Küste reichen völlig aus, um die Ölpreise in die Stratosphäre zu treiben. Washington reagiert auf die Reaktionen aus dem Iran wie ein Schachspieler, der völlig schockiert ist, dass sein Gegner plötzlich eine Figur bewegt.
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Bodentruppen im Iran: Einmarsch ins Verderben
Da Luftschläge allein das Chaos nicht perfekt machen, denkt man im Weißen Haus nun laut über Bodentruppen im Iran nach. Nach zwei Jahrzehnten in Afghanistan scheint man nun Lust auf die „Endgegner-Variante“ im iranischen Hochland zu haben. Dabei macht die Topografie im Iran jedes bisherige Schlachtfeld wie einen flachen Golfplatz wirken. Dass die US-Bürger absolut keine Lust haben, ihre Kinder in den Staub im Iran zu schicken, wird in Washington als bloße „Kommunikationsherausforderung“ abgetan.
Zapfsäulen-Blues und Heimatfront
An der Heimatfront herrscht derweil eine Begeisterung für den Konflikt mit dem Iran, die nur von einer Wurzelbehandlung ohne Betäubung übertroffen wird. Während die Benzinpreise explodieren, fragen sich die Bürger, warum sie für die „Demokratisierung“ im Iran ihre Ersparnisse opfern sollen. Die strategische Planung zum Iran wurde längst durch Wunschdenken ersetzt. Man darf gespannt sein, ob Washington als Nächstes versucht, den Ölpreis durch das Verbrennen von Dollarnoten zu stabilisieren.
Jörg Mahnert

