Die Welt blickt im März 2026 gebannt auf das Oval Office. Donald Trump steht vor der wohl größten Bewährungsprobe seiner Amtszeit: Der Konflikt mit dem Iran droht zu einem Flächenbrand zu werden, der die globale Wirtschaftsordnung aus den Angeln heben könnte. Während die diplomatischen Kanäle fast vollständig verstummt sind, suchen Investoren verzweifelt nach Orientierung in einem Markt, der zwischen nackter Angst und kühler Berechnung schwankt.
Das Nadelöhr des Schreckens: Die Straße von Hormuz
Kein Ort der Welt ist derzeit so entscheidend für den Geldbeutel der Menschen wie die Straße von Hormuz. Rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasvorräte muss durch diese schmale Meerenge. Die faktische Blockade durch den Iran wirkt wie ein strangulierender Griff um den Hals der Weltwirtschaft. Der Ölpreis nähert sich unaufhaltsam der 100-Dollar-Marke, was weltweit eine neue Inflationswelle auslöst.
Für Donald Trump wird die Lage zunehmend zum politischen Drahtseilakt. Er muss Stärke zeigen, ohne die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession zu stürzen. Sollte die Blockade über Monate anhalten, droht den Aktienmärkten eine Stagflation – eine giftige Mischung aus stagnierendem Wachstum und explodierenden Preisen, die besonders die exportorientierte deutsche Industrie hart treffen würde.
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Gold und Silber: Die glänzenden Rettungsanker
In diesem Szenario der Unsicherheit schlägt die Stunde der Edelmetalle. Gold hat bereits Rekordhöhen erklommen und fungiert als ultimative Versicherung gegen geopolitischen Wahnsinn. Solange kein glaubwürdiger Exit für den Iran-Konflikt auf dem Tisch liegt, bleibt die Nachfrage nach physischem Gold ungebrochen. Analysten sehen das Metall als den einzigen Hafen, der auch bei einem totalen Eskalationsszenario von Trump sicher bleibt.
Silber zieht im Windschatten mit, zeigt sich jedoch deutlich volatiler. Als „Gold des kleinen Mannes“ bietet es Schutz vor Währungsverfall, leidet aber gleichzeitig unter der Sorge, dass eine kriegsbedingte Rezession die industrielle Nachfrage einbrechen lässt. Dennoch gilt: In einem Umfeld, in dem Papiergeld an Vertrauen verliert, sind Edelmetalle die Gewinner der Stunde.
Das Paradoxon der Rüstungswerte: Warum Rheinmetall und Co. stagnieren
Ein Blick auf die Kurszettel sorgt derzeit für Überraschung: Trotz der massiven militärischen Spannungen im Nahen Osten profitieren europäische Rüstungsschmieden wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk aktuell noch nicht massiv von der Krise. Während man eigentlich eine Kursrallye erwarten würde, bewegen sich die Titel eher seitwärts oder stehen sogar unter leichtem Verkaufsdruck.
Die Gründe für dieses Paradoxon sind vielschichtig. Zum einen ist viel von der künftigen Aufrüstung bereits in den Bewertungen eingepreist – die Aktien sind nach den Rekordläufen der letzten Jahre „priced to perfection“. Zum anderen fürchten Anleger, dass ein langwieriger Krieg im Iran die globalen Lieferketten so stark stört, dass selbst Rüstungskonzerne Probleme bekommen, ihre Komponenten zeitnah zu erhalten. Es herrscht eine abwartende Haltung: Der Markt will erst sehen, ob neue, konkrete Großaufträge folgen, bevor die nächste Aufwärtswelle gezündet wird.
Trumps Suche nach dem „Deal“
Der Schlüssel zur Entspannung liegt in einem schnellen, aber gesichtswahrenden Rückzug. Donald Trump wird versuchen müssen, einen Deal zu präsentieren, der den Iran neutralisiert, ohne einen jahrzehntelangen Krieg zu provozieren. Für die Aktienmärkte wäre jede Form der Deeskalation an der Straße von Hormuz ein massives Kaufsignal.
Anleger sollten daher nicht blind auf die Fortsetzung der Krise wetten. Die Volatilität bleibt extrem hoch, und die geopolitische Wetterkarte kann sich stündlich ändern. Ein kluges Portfolio im Jahr 2026 setzt auf Absicherung durch Edelmetalle, während man bei den vermeintlichen Krisengewinnern wie Rheinmetall derzeit eher auf Konsolidierung statt auf sofortige Kurssprünge vorbereitet sein muss.
Ihr Jörg Mahnert

